Aufführungsdaten
17. Mai 2016, Bürgerhaus Rosbach Rodheim
19. Mai 2016, Bürgerhaus Rosbach Rodheim
20. Mai 2016, Bürgerhaus Rosbach Rodheim
21. Mai 2016, Bürgerhaus Rosbach Rodheim
Darsteller:innen
Amelie Mauser Dario Liotta Emil Feuerbach
Flora Lynn Eggert Jan-Andre Kirschner Laurin Felberbauer
Leonie Dillmann Lilly Ehlert Mara Klaproth
Marie-Victorine Kessler Max Denfeld Mira Dahler
Paula Bülte Samuel Forster Sara Garbe
Sarah Freter Selinay Akkalay
Assistenz
Carla Volk / Lena Felberbauer
Die Frage nach dem Sinn
Wetterauer Zeitung vom 17. Mai 2016
Rosbach (sur). »Die Nase klebt nicht«, schimpft der Teenager, der als
Siebenschläfer mit einer Schlafmütze verkleidet vor der Bühne sitzt. »Und die
stinkt!« Seine Finger betasten die Theaternase, die sein Gesicht älter
erscheinen lässt. Auch die anderen Darsteller zwischen 10 und 14 Jahren
haben zum ersten Mal bei dieser Probe Theaternasen im Gesicht kleben und
mit dem ungewohnten Gefühl zu kämpfen. Es sind die Endproben zum
aktuellen Stück des Rosbacher Ensembles des Kinder- und Jugendtheaters
»et zetera« das in Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit der Stadt inszeniert
wird.
»Alice - Wunderland?« ist ein Stück über das Erwachsenwerden und die Frage
nach dem Sinn.
17 Darsteller haben es über neun Monate mit dem Initiator Georg Bachmann
zusammen entwickelt. Die bekannte Literaturvorlage wurde verändert und in
die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen übertragen.
Alice erlebt die Phase zwischen Teenie und Erwachsensein, wie die
Jugendlichen selbst. Sie ist kein Kind mehr, aber auch nicht erwachsen und
deshalb schrecklich unglücklich. Die quälende Frage für sie: Wer bin ich, was
macht mich aus? Sie folgt dem Kaninchen in eine andere Welt, aber weiß
nichts und kann nicht mitreden. Der König als Zeremonienmeister macht sich
über sie lustig. Doch sie kommt aus dem Schlamassel wieder heraus. Die
Erkenntnis, dass alles nur Fantasie ist und sie selbst bestimmt, wird zum
Schlüssel für die Lösung.
Das Theater »et zetera« ist ein Kinder- und Jugendtheater mit einem
ungewöhnlich professionellen und experimentellen Anspruch. Georg
Bachmann (54) ist Initiator, Intendant, Spielleiter, Regisseur, künstlerischer
Leiter, Bühnenbildner und kreativer Kopf von »et zetera«. Seine Idee eines
Kinder-und Jugendtheaters entstand schon vor 17 Jahren in Frankfurt im
Gallus-Viertel. Im Rahmen der JugendKultur-Werkstatt Falkenheim hatte er mit
einem Ensemble aus Jugendlichen zunächst Literaturbearbeitungen auf die
Bühne gebracht. Mit wachsendem Alter, Können und Kreativität der
Jugendlichen sind auch Eigenproduktionen entstanden.
Mit Erfolg: »et zetera« ist preisgekrönt, konnte 2004 beim Theatertreffen der
Jugend in Berlin eine Auszeichnung entgegennehmen. Seitdem haben die
Gruppen sich weiterentwickelt, die Ersten sind erwachsen geworden, das
mittlerweile fünfte Ensemble probt in Frankfurt.
In Rosbach startete Bachmann die erste Projektgruppe 2012. »Alice« ist die
dritte Inszenierung. Jedes Projekt beginnt immer mit einer Werkstattphase, in
der intensives Schauspieltraining gemacht wird. Hier geht es um Sprachrhyth-
mus, Teambildung, experimentelle Darstellung und manchmal auch um die
Kraft sinnvoller Pausen. Die Herausforderung für die Jugendlichen ist das
Einbringen von eigenen Themen und Ideen.
Die Auseinandersetzung mit dem Erwachsenwerden, die auch das Thema von
»Alice« ist, führte laut Bachmann zu der Frage, »ob denn alles wirklich Wun-
derland ist«. So hat sich in der Weiterbearbeitung konsequenterweise ein
Fragezeichen in den Titel des Stückes eingeschlichen. Durch die intensive
Auseinandersetzung mit dem ursprünglichen Text veränderte sich dieser,
Charaktere wurden den Darstellern zugeordnet und weiterentwickelt. Sei es ein
starr am Platz bleibender Humpty Dumpty, der viel erzählt, oder ein unter
Zeitdruck stehendes Kaninchen, das seinen Charakter nicht nur durch die
Bewegung, sondern auch durch eine gepresste Stimme unterstreicht. Natürlich
kommen auch König und Königin, Zwidddeldum und Zwiddeldei, der
Märzhase, die Herzogin, die Spielkarten und andere bekannte Figuren vor.
Bachmann ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen an einem Projekt
wachsen. Es gehe um mehr als um Spielen für die Jugendlichen, es gehe um
die Entwicklung ihrer Persönlichkeit, um die Gestaltung von Beziehungen und
die Erweiterung des Horizonts. Er will zum Nachdenken anregen. Die Fragen
der Jugendlichen an die Erwachsenenwelt seien deutlich: »Habt ihr eigentlich
noch Spaß im Leben?«
Von Sybille Ullrich
Wer bin ich? Was macht mich aus? Fragen, die sich Alice
nach dem abrupten Ende ihrer Kindheit stellt.
Äußerlich schon gereift, aber innerlich noch ein Kind, lässt
sie sich von einem weißen Kaninchen in eine traumartige
Unterwelt,voller Paradoxa und Absurditäten, entführen.
Dort begegnet sie einer verrückten Teegesellschaft,
Zwiddeldum und Zwiddeldei, Humpty Dumpty, der
Grinsekatze, einer Herzogin und einer Königin samt König,
die sich teils über sie lustig machen, ihr vor allem aber ihre
Unwissenheit verdeutlichen.
In absurden Dialogen muss sich Alice nun behaupten. Es
gibt scheinbar kein Entrinnen.
Projekt
Ein Projekt des Theater et zetera
Mit freundlicher Unterstützung der
Stadt Rosbach v. d. Höhe
theater et zetera
+49 1733090939
theater-etzetera@t-online.de
Verdaustig war's, und glaße Wieben
rotterten gorkicht im Gemank.
Gar elump war der Pluckerwank,
und die gabben Schweisel frieben.
"Hab acht vorm Zipferlak, mein Kind!
Sein Maul ist beiß, sein Griff ist bohr.
Vorm Fliegelflagel sieh dich vor,
dem mampfen Schnatterrind."
Er zückt' sein scharfgebifftes Schwert,
den Feind zu futzen ohne Saum,
und lehnt' sich an den Dudelbaum
und stand da lang in sich gekehrt.
In sich gekeimt, so stand er hier,
da kam verschnoff der Zipferlak
mit Flammenlefze angewackt
und gurgt' in seiner Gier.