Corona bringt mich um A Radio Play to watch Texte
Ich bekomme einen Kotzreiz So ätzend, meine rosa Strumpfhose ist schon wieder verrutscht. Ich musste mich heute besonders mädchenhaft anziehen, da die Verwandtschaft kommt. Meine Familie ist sehr konservativ. Vor allem mein Vater, er möchte die perfekte Familie. Wenn er herausfinden würde, wer ich wirklich bin, würde er mich verstoßen und ich wäre nicht mehr sein Kind. Meine Mutter würde nichts dagegen tun und zu meinem Vater halten, so wie sie es immer tut. Niemand weiß von meinem Geheimnis, außer meiner heimlichen Freundin. Sie ist die einzige, die mich so akzeptiert, wie ich bin. Ich liebe sie. Eine Wolke von Parfüm steigt mir in die Nase, ich bekomme einen Kotzreiz. Mein ganzer Körper ist mit Spitze bedeckt, alles juckt und kratzt. Ich will einfach nur raus aus den Klamotten. Ich fühle mich fremd in meinem Körper. Eine Wolke von Parfüm steigt mir in die Nase, ich bekomme einen Kotzreiz. Jeden einzelnen Tag stehe ich unwohl auf, gucke in den Spiegel und entdecke immer mehr Fehler an mir. Wie ich da stehe, so selbst zweifelnd und gebrochen. Ein Häufchen Elend. Dann gehe ich in die Schule und spiele das perfekte Mädchen. Immer mehr fresse ich meine Probleme in mich hinein und abends liege ich dann leise schluchzend in meinem Bett. Es reicht mir! Ich kann nicht mehr, so will ich nicht leben! Und dann schreie ich, so laut ich kann: Ich bin ein Junge und kein Mädchen!

Auf dem Times Square

Ich stehe auf dem Times Square in New York. Die Straße ist menschenleer und kein einziges Auto ist zu sehen. Ich laufe Barfuß auf der Straße in irgendeine Richtung, etwas verloren sehe ich in die Gegend und dann zum Himmel. Es ist Nacht aber nicht dunkel, die Neon Lichter überstrahlen alles und du bunten Reklametafeln blinken flimmern in grellen Farben. Irgendwie gefällt mir, was ich sehe. Ich höre allerdings Gar nichts. Es kommt mir so vor, als sei ich schon immer hier gewesen und gehöre hier hin. Ich will nie wieder weg. Ich fühle mich plötzlich so selbstsicher und nicht mehr so klein. Ich könnte Ewigkeiten hier verbringen.
Farben Als ich noch ganz klein war, war alles gut. Jeder Tag war perfekt. Alles war hell und das schlimmste war, wenn mein Vater morgens zur Arbeit musste und ich wusste, dass ich ihn stundenlang nicht sehen konnte. Ich liebte Farben und damals war alles noch so bunt, farbenfroh und hell und ich habe auf alle Farben geachtet und mich von ihnen verzaubern lassen. Doch langsam wurde ich älter, bekam mehr Aufgaben und Dinge, auf die ich achten musste und wenn ich etwas nicht schaffte hatte es meist irgendwelche Folgen. Ich wurde ängstlicher, unsicherer und langsam schien die Welt um mich herum immer dunkler zu werden. 048Ich nahm kaum noch all die Farben und Lichter war, sondern konzentrierte mich viel zu sehr auf die Probleme, die ich zu lösen hatte oder die Ängste, die ich überwinden sollte und war gefangen in meiner eigenen Dunkelheit. Doch manchmal passierte etwas Schönes, zum Beispiel wenn ich ein Kompliment bekam, das mich in diesem einem Augenblick wieder so unendlich glücklich machte, dass ich kurz alle Farben wiedersehen konnte und alles für diesen Moment heller wurde. Nur leider musste nur eine Kleinigkeit passieren damit ich wieder allein im Dunkeln saß. Wahrscheinlich haben deshalb so viele Menschen Angst davor groß zu werden, denn alles wird immer mehr und es gibt weniger Momente, in denen man sich auf das schön konzentrieren kann. Jetzt erlebe ich auch nur sehr wenige dieser Augenblicke, in denen alles weiß ist, in denen ich total glücklich bin, und in denen ich nicht an all meine Sorgen denke, aber so habe ich gelernt diese Momente viel mehr zu schätzen als ich es früher getan habe. Weil ich weiß, dass alles irgendwann wieder dunkel werden kann.

Woran ich nicht wirklich

geglaubt habe

Heute muss ich wieder einkaufen gehen, also Sachen gepackt und los geht’s. Ich weiß gar nicht, wieso alle Leute Maske tragen, eigentlich müsste ich auch eine tragen, aber ich schummele mich immer wieder durch, in letzter Zeit jedoch merkte ich, wie es mir immer wieder schlechter ging und ich heftigen Husten habe. Naja. Angekommen am Supermarkt, spüre ich, wie sich mein Herz zusammenzieht und ich nicht mehr atmen kann. Ich habe richtige Atemnot und bekomme Angst um mein Leben. Ein Mann kommt auf mich zu und will mir helfen, er ruft den Notarzt. Ich merke, wie ich keine Luft mehr bekomme und in Ohnmacht falle. Der Notarzt kommt nur wenige Minuten später und ich höre nur Kleinigkeiten, wie…was ist passiert…sie atmet nicht mehr…wir müssen reanimieren, ab dann ist alles schwarz. Ich wache erst auf, als ich ein Piepsen höre, was sich im gleichen Rhythmus wiederholt. Ich versuche die Augen auf zumachen und sehe weiße Wände, ich schaue mich um und sehe ein Beatmungsgerät, an dem ich dran stecke. Danach schlafe ich wieder ein. Ich wache erst dann wieder auf, als ich die Tür des Zimmers höre und der Arzt reinkommt. Er sagt: Guten Abend Frau Bäcker, wie geht es ihnen? Sie sind auf dem Parkplatz zusammengebrochen und mussten reanimiert werden. Nach einigen Untersuchungen müssen wir ihnen leider sagen, dass sie an Covid-19 erkrankt sind. Und da haben wir es, das woran ich nicht wirklich geglaubt habe und keinen Wert daraufgelegt habe, habe ich bekommen und wäre beinahe gestorben, nur weil ich nicht aufgepasst habe.

Der Komet

Ich sitze in meinem Zimmer, wie jeden Abend. Meine Mutter ruft zum Abendessen. Ich stehe auf und laufe hinunter. Meine Eltern und mein Bruder sitzen schon am Esstisch. Der Fernseher läuft und zeigt jetzt die Nachrichten an. Darth Vader begrüßt die Zuschauer und sagt, dass bald ein Komet auf die Erde stürzen wird. Ich kann in diesem Moment meinen Ohren nicht trauen, aber meine Eltern und mein Bruder scheinen schon davon gehört zu haben. Meine Mutter erklärt mir, dass wir deshalb umziehen müssen, und zwar direkt nach dem Abendessen. Ich bin entsetzt, wütend und bekomme Schluckauf. Ich will dieses Haus niemals verlassen, weil es in meine Welt gehört, aber da der Komet eine ernsthafte Bedrohung darstellt, bin ich gezwungen meine Sachen zu packen. Ich laufe mit meiner Familie nach draußen und kann am Himmel schon den Kometen sehen. Ich möchte ihn aufhalten, damit wir nicht umziehen müssen, aber allein kann ich es nicht schaffen. Ich fühle mich nutzlos und hilflos. Meine Eltern laufen mit meinem Bruder los. Ich will ihnen folgen, aber etwas hält mich zurück. Ich kann einfach nicht von unserem Haus weglaufen. Der Komet kommt immer näher. Ich versuche mit aller Kraft loszulaufen, aber ich schaffe es nicht. Der Komet hat mich jetzt fast erreicht.

theater et zetera

Theater hat seine eigene Wirklichkeit. Der Zuschauer lehnt sich zurück und akzeptiert die Spielregeln: So kann er in 90 Minuten ganze Epochen an allen erdenklichen Orten der Welt erleben - erschaffen auf den Quadratmetern einer Bühne und der Imaginationskraft der Schauspielerei. Nicht anders verfährt theater et zetera. Nur dass es dauernd die Spielregeln ändert - und so Blicke auf ungesehene Realitäten öffnet.

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01733090939 theater-etzetera@t-online.de
Niemand wählt mich aus Niemand wählt mich aus. Niemand entscheidet sich bewusst und spontan nur für mich. Ich bin immer die, die am Ende verliert. Niemand ruft ganz spontan aus dem Bauch heraus meinen Namen, bei der Frage, wen er liebt. Ich habe immer nur Pech, ich gewinne nie und verliere alles. Ja ich lebe nur so vor mich hin. Für niemanden bin ich die Nummer 1 oder der Grund, warum er lebt. Ich werde geliebt, aber nie bin ich die erste Wahl. Und es hört sich so leicht an. Du musst dein Leben selbst in die Hand nehmen und nicht darauf warten, dass ein anderer es für dich tut. Aber wie soll ich das tun, wenn mein Leben kein Sinn hat? Und ja ich weiß, dass es falsch ist zu sagen, dass ich erst glücklich bin, wenn ich der Sinn des Lebens für einen anderen Menschen bin. Aber so ist es! Und somit bleibe ich einfach hängen in einer ewigen Schwebe, befreit werde ich nur von jemandem, der die Kraft hatte, sich aus seiner Schwebe zu befreien. Darauf warte ich, vielleicht eine Ewigkeit lang.

Auf dem Schulhof

Ich stehe auf dem Schulhof. Meine halbe Klasse steht in einem Kreis um mich herum. Die meisten Lachen und manche zeigen mit dem Finger auf mich. Ich folge ihren Blicken und schaue an mir herunter. Ich sehe, dass ich einen Krankenhauskittel trage. Es klebt an einigen Stellen Blut. Ich trage an mehreren Stellen Verbände. Ich weiß nicht mehr genau wie ich hierher kam oder woher, aber ich muss wieder zurück. Ich spüre nur wie meine Füße mich zu einem Loch in der Menge tragen und ich meine Ellbogen nutze um mich durch zu boxen. Einige Schüler gehen zur Seite, andere Stellen sich in den weg. Ich laufe auf den Ausgang des Geländes zu. Die Tür ist verschlossen also renne ich weiter den Zaun entlang und suche nach einem anderen Ausgang. Ich sehe wie die Masse mir zombieartig hinterherrennt. Ich bekomme Angst und renne noch schneller. Die Masse verfolgt mich weiter. Ich schaue immer weder flüchtig nach hinten und plötzlich stolpere ich und falle. Mein Kopf knallt gegen den Zaun und mir wird schwarz vor Augen. Ich bleibe reglos liegen.

Texte - Corona bringt

mich um

Fertigstellung / 20. Dezember 2020
Corona bringt mich um A Radio Play to watch Ich fliege. Doch es fühlt sich nicht schön an. Ich fliege in einer großen Kapsel mitten im Weltraum. Hier bin ich sicher, vor der zerstörten Welt unter mir. Allerdings wäre ich lieber tot als sicher. Ich würde viel lieber für das Büßen, für das ich selbst verantwortlich bin. In der Kapsel riecht es nach Plastik. Keine einzige Pflanze befindet sich hier drin. Keine Vögel singen. Ich kann nicht viel denken, weil die stickige Luft mein Gehirn vernebelt. Es gibt ein kleines Fenster in meiner Kapsel. Ich habe Angst davor, weil es mir den Blick auf die Welt ermöglicht. Jedoch zwinge ich mich hinaus zu sehen, auf das, was einmal mein zu Hause war. Ich schäme mich sehr. Ich wollte nicht zu der Generation gehören, die es zu Ende bringt. Ich wollte nicht das Ende sein. Ich wollte nicht das zerstören, was die Menschen vor mir und die Natur aufgebaut hatten. Aber nun ist es zu spät und ich kann nichts weiter tun, als mich selbst zu hassen.
Ich bekomme einen Kotzreiz So ätzend, meine rosa Strumpfhose ist schon wieder verrutscht. Ich musste mich heute besonders mädchenhaft anziehen, da die Verwandtschaft kommt. Meine Familie ist sehr konservativ. Vor allem mein Vater, er möchte die perfekte Familie. Wenn er herausfinden würde, wer ich wirklich bin, würde er mich verstoßen und ich wäre nicht mehr sein Kind. Meine Mutter würde nichts dagegen tun und zu meinem Vater halten, so wie sie es immer tut. Niemand weiß von meinem Geheimnis, außer meiner heimlichen Freundin. Sie ist die einzige, die mich so akzeptiert, wie ich bin. Ich liebe sie. Eine Wolke von Parfüm steigt mir in die Nase, ich bekomme einen Kotzreiz. Mein ganzer Körper ist mit Spitze bedeckt, alles juckt und kratzt. Ich will einfach nur raus aus den Klamotten. Ich fühle mich fremd in meinem Körper. Eine Wolke von Parfüm steigt mir in die Nase, ich bekomme einen Kotzreiz. Jeden einzelnen Tag stehe ich unwohl auf, gucke in den Spiegel und entdecke immer mehr Fehler an mir. Wie ich da stehe, so selbst zweifelnd und gebrochen. Ein Häufchen Elend. Dann gehe ich in die Schule und spiele das perfekte Mädchen. Immer mehr fresse ich meine Probleme in mich hinein und abends liege ich dann leise schluchzend in meinem Bett. Es reicht mir! Ich kann nicht mehr, so will ich nicht leben! Und dann schreie ich, so laut ich kann: Ich bin ein Junge und kein Mädchen!

Auf dem Times Square

Ich stehe auf dem Times Square in New York. Die Straße ist menschenleer und kein einziges Auto ist zu sehen. Ich laufe Barfuß auf der Straße in irgendeine Richtung, etwas verloren sehe ich in die Gegend und dann zum Himmel. Es ist Nacht aber nicht dunkel, die Neon Lichter überstrahlen alles und du bunten Reklametafeln blinken flimmern in grellen Farben. Irgendwie gefällt mir, was ich sehe. Ich höre allerdings Gar nichts. Es kommt mir so vor, als sei ich schon immer hier gewesen und gehöre hier hin. Ich will nie wieder weg. Ich fühle mich plötzlich so selbstsicher und nicht mehr so klein. Ich könnte Ewigkeiten hier verbringen.

Woran ich nicht wirklich

geglaubt habe

Heute muss ich wieder einkaufen gehen, also Sachen gepackt und los geht’s. Ich weiß gar nicht, wieso alle Leute Maske tragen, eigentlich müsste ich auch eine tragen, aber ich schummele mich immer wieder durch, in letzter Zeit jedoch merkte ich, wie es mir immer wieder schlechter ging und ich heftigen Husten habe. Naja. Angekommen am Supermarkt, spüre ich, wie sich mein Herz zusammenzieht und ich nicht mehr atmen kann. Ich habe richtige Atemnot und bekomme Angst um mein Leben. Ein Mann kommt auf mich zu und will mir helfen, er ruft den Notarzt. Ich merke, wie ich keine Luft mehr bekomme und in Ohnmacht falle. Der Notarzt kommt nur wenige Minuten später und ich höre nur Kleinigkeiten, wie…was ist passiert…sie atmet nicht mehr…wir müssen reanimieren, ab dann ist alles schwarz. Ich wache erst auf, als ich ein Piepsen höre, was sich im gleichen Rhythmus wiederholt. Ich versuche die Augen auf zumachen und sehe weiße Wände, ich schaue mich um und sehe ein Beatmungsgerät, an dem ich dran stecke. Danach schlafe ich wieder ein. Ich wache erst dann wieder auf, als ich die Tür des Zimmers höre und der Arzt reinkommt. Er sagt: Guten Abend Frau Bäcker, wie geht es ihnen? Sie sind auf dem Parkplatz zusammengebrochen und mussten reanimiert werden. Nach einigen Untersuchungen müssen wir ihnen leider sagen, dass sie an Covid-19 erkrankt sind. Und da haben wir es, das woran ich nicht wirklich geglaubt habe und keinen Wert daraufgelegt habe, habe ich bekommen und wäre beinahe gestorben, nur weil ich nicht aufgepasst habe.

Der Komet

Ich sitze in meinem Zimmer, wie jeden Abend. Meine Mutter ruft zum Abendessen. Ich stehe auf und laufe hinunter. Meine Eltern und mein Bruder sitzen schon am Esstisch. Der Fernseher läuft und zeigt jetzt die Nachrichten an. Darth Vader begrüßt die Zuschauer und sagt, dass bald ein Komet auf die Erde stürzen wird. Ich kann in diesem Moment meinen Ohren nicht trauen, aber meine Eltern und mein Bruder scheinen schon davon gehört zu haben. Meine Mutter erklärt mir, dass wir deshalb umziehen müssen, und zwar direkt nach dem Abendessen. Ich bin entsetzt, wütend und bekomme Schluckauf. Ich will dieses Haus niemals verlassen, weil es in meine Welt gehört, aber da der Komet eine ernsthafte Bedrohung darstellt, bin ich gezwungen meine Sachen zu packen. Ich laufe mit meiner Familie nach draußen und kann am Himmel schon den Kometen sehen. Ich möchte ihn aufhalten, damit wir nicht umziehen müssen, aber allein kann ich es nicht schaffen. Ich fühle mich nutzlos und hilflos. Meine Eltern laufen mit meinem Bruder los. Ich will ihnen folgen, aber etwas hält mich zurück. Ich kann einfach nicht von unserem Haus weglaufen. Der Komet kommt immer näher. Ich versuche mit aller Kraft loszulaufen, aber ich schaffe es nicht. Der Komet hat mich jetzt fast erreicht.
Farben Als ich noch ganz klein war, war alles gut. Jeder Tag war perfekt. Alles war hell und das schlimmste war, wenn mein Vater morgens zur Arbeit musste und ich wusste, dass ich ihn stundenlang nicht sehen konnte. Ich liebte Farben und damals war alles noch so bunt, farbenfroh und hell und ich habe auf alle Farben geachtet und mich von ihnen verzaubern lassen. Doch langsam wurde ich älter, bekam mehr Aufgaben und Dinge, auf die ich achten musste und wenn ich etwas nicht schaffte hatte es meist irgendwelche Folgen. Ich wurde ängstlicher, unsicherer und langsam schien die Welt um mich herum immer dunkler zu werden. 048Ich nahm kaum noch all die Farben und Lichter war, sondern konzentrierte mich viel zu sehr auf die Probleme, die ich zu lösen hatte oder die Ängste, die ich überwinden sollte und war gefangen in meiner eigenen Dunkelheit. Doch manchmal passierte etwas Schönes, zum Beispiel wenn ich ein Kompliment bekam, das mich in diesem einem Augenblick wieder so unendlich glücklich machte, dass ich kurz alle Farben wiedersehen konnte und alles für diesen Moment heller wurde. Nur leider musste nur eine Kleinigkeit passieren damit ich wieder allein im Dunkeln saß. Wahrscheinlich haben deshalb so viele Menschen Angst davor groß zu werden, denn alles wird immer mehr und es gibt weniger Momente, in denen man sich auf das schön konzentrieren kann. Jetzt erlebe ich auch nur sehr wenige dieser Augenblicke, in denen alles weiß ist, in denen ich total glücklich bin, und in denen ich nicht an all meine Sorgen denke, aber so habe ich gelernt diese Momente viel mehr zu schätzen als ich es früher getan habe. Weil ich weiß, dass alles irgendwann wieder dunkel werden kann.
Niemand wählt mich aus Niemand wählt mich aus. Niemand entscheidet sich bewusst und spontan nur für mich. Ich bin immer die, die am Ende verliert. Niemand ruft ganz spontan aus dem Bauch heraus meinen Namen, bei der Frage, wen er liebt. Ich habe immer nur Pech, ich gewinne nie und verliere alles. Ja ich lebe nur so vor mich hin. Für niemanden bin ich die Nummer 1 oder der Grund, warum er lebt. Ich werde geliebt, aber nie bin ich die erste Wahl. Und es hört sich so leicht an. Du musst dein Leben selbst in die Hand nehmen und nicht darauf warten, dass ein anderer es für dich tut. Aber wie soll ich das tun, wenn mein Leben kein Sinn hat? Und ja ich weiß, dass es falsch ist zu sagen, dass ich erst glücklich bin, wenn ich der Sinn des Lebens für einen anderen Menschen bin. Aber so ist es! Und somit bleibe ich einfach hängen in einer ewigen Schwebe, befreit werde ich nur von jemandem, der die Kraft hatte, sich aus seiner Schwebe zu befreien. Darauf warte ich, vielleicht eine Ewigkeit lang.

theater et zetera

Theater hat seine eigene Wirklichkeit. Der Zuschauer lehnt sich zurück und akzeptiert die Spielregeln: So kann er in 90 Minuten ganze Epochen an allen erdenklichen Orten der Welt erleben - erschaffen auf den Quadratmetern einer Bühne und der Imaginationskraft der Schauspielerei. Nicht anders verfährt theater et zetera. Nur dass es dauernd die Spielregeln ändert - und so Blicke auf ungesehene Realitäten öffnet.

Nehmen Sie Kontakt mit

uns auf

01733090939 theater-etzetera@t-online.de

Auf dem Schulhof

Ich stehe auf dem Schulhof. Meine halbe Klasse steht in einem Kreis um mich herum. Die meisten Lachen und manche zeigen mit dem Finger auf mich. Ich folge ihren Blicken und schaue an mir herunter. Ich sehe, dass ich einen Krankenhauskittel trage. Es klebt an einigen Stellen Blut. Ich trage an mehreren Stellen Verbände. Ich weiß nicht mehr genau wie ich hierher kam oder woher, aber ich muss wieder zurück. Ich spüre nur wie meine Füße mich zu einem Loch in der Menge tragen und ich meine Ellbogen nutze um mich durch zu boxen. Einige Schüler gehen zur Seite, andere Stellen sich in den weg. Ich laufe auf den Ausgang des Geländes zu. Die Tür ist verschlossen also renne ich weiter den Zaun entlang und suche nach einem anderen Ausgang. Ich sehe wie die Masse mir zombieartig hinterherrennt. Ich bekomme Angst und renne noch schneller. Die Masse verfolgt mich weiter. Ich schaue immer weder flüchtig nach hinten und plötzlich stolpere ich und falle. Mein Kopf knallt gegen den Zaun und mir wird schwarz vor Augen. Ich bleibe reglos liegen.
Corona bringt mich um A Radio Play to watch Ich fliege. Doch es fühlt sich nicht schön an. Ich fliege in einer großen Kapsel mitten im Weltraum. Hier bin ich sicher, vor der zerstörten Welt unter mir. Allerdings wäre ich lieber tot als sicher. Ich würde viel lieber für das Büßen, für das ich selbst verantwortlich bin. In der Kapsel riecht es nach Plastik. Keine einzige Pflanze befindet sich hier drin. Keine Vögel singen. Ich kann nicht viel denken, weil die stickige Luft mein Gehirn vernebelt. Es gibt ein kleines Fenster in meiner Kapsel. Ich habe Angst davor, weil es mir den Blick auf die Welt ermöglicht. Jedoch zwinge ich mich hinaus zu sehen, auf das, was einmal mein zu Hause war. Ich schäme mich sehr. Ich wollte nicht zu der Generation gehören, die es zu Ende bringt. Ich wollte nicht das Ende sein. Ich wollte nicht das zerstören, was die Menschen vor mir und die Natur aufgebaut hatten. Aber nun ist es zu spät und ich kann nichts weiter tun, als mich selbst zu hassen.